Wird KI uns unsere Jobs wegnehmen?

Heise online hat dieser Tage einen Beitrag über wichtige Fragen und Antworten zum Thema KI publiziert. Eine Frage war, ob KI zukünftig Berufe ersetzen wird. Die Redakteure schwadronierten dazu, dass „die Gefahr, dass große Mengen von Vollzeit-Stellen durch KIs ersetzt werden, […] eher gering“ sei.

Das ist allerdings eine sehr kühne These. Denn natürlich wird KI in der kommenden Dekade Hunderttausende von Jobs vernichten. Ein kurzer Blick in die Geschichte technologischer Neuerungen zeigt doch sofort, wie jeder einzelne Innovationsschub der Vergangenheit ganze Berufsgruppen und sogar ganze Ecosysteme ausgelöscht hat:

  • Mit der Erfindung der Gutenbergpresse im 15. Jahrhundert wurden Hunderte Mönche in den Buchkopiermanufakturen der Kirche arbeitslos.
  • Die Erfindung des dampfgetriebenen Webstuhls von Edward Cartwright nahm gegen Ende des 18. Jahrhunderts Tausenden von Webern und ihren Familien den Broterwerb. Die Auswirkungen der Industrialisierung des Webens kumulierten schließlich in bürgerkriegsähnlichen Revolten – siehe Maschinenstürmer.
  • Mit dem Auftauchen des Automobils (und der Erfindung der Fließbandproduktion durch Henry Ford, zu Anfang des 20. Jahrhunderts) wurden nicht nur die Kutscher, sondern auch Stallbesitzer, Pferdehändler und -züchter und eine ganze Zulieferindustrie aus Sattlern, Hufschmieden, Kutschenbauern usw. arbeitslos.
  • Und dann kam gegen Ende des 20. Jahrhunderts Bill Gates. Windows und MS Office machte dann wirklich tabula rasa in Konzernzentralen und Verwaltungen: Manager brauchten plötzlich keine Sekretärinnen mehr, weil sie Outlook hatten, Junior-Analysten konnten endlich in Excel selber Diagramme und Graphen erstellen, die ganze Statistik-Büros arbeitslos machten, oh – und dank Word konnten Marketeers plötzlich Studien nicht nur selbst erheben, sondern auch setzen; mit der Folge, dass ganze Layout- und Satz-Abteilungen in Werbeagenturen und Druckereien überflüssig wurden.
rellify-Autor und SEO-Stratege Sebastian Paulke

Sebastian Paulke ist Senior Editor und SEO-Strategist bei rellify. Seit über 20 Jahren forscht, schreibt und publiziert er zu Innovationstechnologien und den resultierenden Umbrüchen in unserer Welt.

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Und nun kommt die Künstliche Intelligenz. Welche Berufsgruppen dadurch arbeitslos werden, ist noch gar nicht absehbar. Klar ist aber, dass typische KI-Kompetenzen wie Natural Language Understanding, -Processing und -Creation wie ein Buschfeuer ganze Etagen der Konzernwelten verwüsten und – vom Sachbearbeiter bis zum SEO-Analysten – Hunderttausende „Opfer“ hinterlassen werden.

Ein gutes Beispiel dafür ist die KI Content Plattform rellify. Sie bildet den gesamten Prozess des Content Marketings ab: Von der Themenfindung über die Keyword-Analyse, des SEO-gerechten Schreibens, der Publikation bis hin zum Monitoring der Ergebnisse werden alle Schritte der Produktion relevanter, planbar erfolgreicher Inhalte in einer KI-unterstützten Software abgebildet.

Und das hat massive – positive – Auswirkungen auf das Content Marketing. Anstatt einen Keyword-Analysten einen halben Tag über SEMrush- und Sistrix-Daten brüten, die Content-Strategen daraus in mehrstündigen Meetings einen Themenplan generieren, mehrere SEO-Autoren diese Themen dann schreiben, verschiedene Produktmanager deren Artikel auf Markentreue und sachliche Korrektheit prüfen zu lassen und dann noch den Webmaster zu briefen, diese Artikel online zu stellen und die ganzen SEO-Daten wie ALT-Tags und Bildnamen/-unterschriften etc. zu setzen, kann nun EIN Mensch den ganzen Prozess in der rellify-Plattform eigenständig abwickeln. Und das in kürzester Zeit: Einen Long Copy-Artikel entwickelt ein rellify-zertifizierter Autor auf der KI-Plattform in 6-8 Stunden – inkl. Content Ideation, Recherche, Schreiben, SEO-Optimierung und Publikation.

Natürlich werden dadurch einige Menschen in Ihrer Content-Produktion arbeitslos. Was aber nicht heißt, dass Sie diese Mitarbeiter feuern müssen. Denn sicherlich können Sie andere, mehr Wert schöpfende Aufgaben für diese Kollegen finden.

Aber machen Sie sich darauf gefasst: KI wird menschliche Arbeit ersetzen, und zwar nicht nur rein repetitive, „dumme“ Tätigkeiten. KI wird zunehmend Arbeit im kreativen, akademischen und intellektuellen Bereich übernehmen. Was den Menschen, die das bisher leisten, Freiraum für neue, wichtigere Tätigkeiten bietet.

Man könnte darüber jetzt Tränen vergießen. Muss man aber nicht: Denn auch die Mönche, Weber, Kutscher und Sekretärinnen der vergangenen Technologiesprünge sind nicht verhungert. Sie alle haben in den neuen Ecosystemen – oder, let’s face the facts! – in den neuen Monopolen und Märkten ihre Nischen gefunden.

Es gibt keinen Zweifel: Die Automatisierung der Arbeitswelt durch Technologie ist unaufhaltsam – und jeder technologische Durchbruch bewirkt einen Zusammenbruch der „alten“ Zustände. Es gibt aber auch keinen Zweifel, dass der gesellschaftliche Reichtum, das gesellschaftliche Wohlbefinden, der Lebensstandard und die Lebenserwartung mit jeder Innovation nur angestiegen sind. Trotz aller Jobverluste leben wir doch heute viel besser und länger als je zuvor!

Es gilt also, keine Angst zu haben, sondern die unausweichlichen Neuerungen anzunehmen, die persönliche Nische zum Überleben oder Prosperieren zu finden, wenn KI Ihren alten Job übernimmt, und mit Mut und Tatkraft weiterzumachen. Jammern und Angst vor der Zukunft hat noch niemanden – zu keiner Zeit in der Geschichte der Menschheit – geholfen!